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Es ist ein Paukenschlag: Durch ein Datenleck bisher einmaligen Ausmaßes sind Briefkastenfirmen von Politikern und Prominenten auf der ganzen Welt aufgeflogen. Darunter mehrere amtierende oder ehemalige Staats- und Regierungschefs.
Das Wichtigste in Kürze: Die „Süddeutsche Zeitung“ hat brisante Daten über Finanzgeschäfte international bekannter Persönlichkeiten zugespielt bekommen. Ein enormes Datenleck habe Geschäfte von 215.000 Briefkastenfirmen offengelegt. Die Daten legen laut NDR, der in einem Rechercheverbund mit der „SZ“ ist, die Finanzgeschäfte von insgesamt 140 Politikern und hohen Amtsträgern aus aller Welt offen. Insgesamt fänden sich in den Unterlagen die Namen von zwölf amtierenden und ehemaligen Staats- und Regierungschefs.

Was ist eine Briefkastenfirma und wofür wird sie genutzt?
Eine Briefkastenfirma ist eine Gesellschaft, die an ihrem satzungsmäßigen Sitz (beispielsweise Panama) nur einen Briefkasten - also eine Postanschrift - unterhält. Die Geschäftsführung findet jedoch woanders statt. Die Firma profitiert also von teils laxen Gesetzen in Ländern wie Panama, den Cayman Islands oder Jersey.
 
Meist versuchen Unternehmer damit, sowohl den eigentlichen Standort als auch die Inhaberschaft zu verschleiern. Teilweise geschieht dies aus Steuergründen (auch Steuerhinterziehung), teilweise wegen krimineller Geschäfte (bspw. Waffenhandel) oder weil die Inhaber schlichtweg ihr Vermögen und ihre Geschäfte verbergen wollen.
 
Durch Briefkastenfirmen lässt sich ein komplexes Unternehmenskonstrukt aufbauen, das durch Finanzämter weder kontrolliert noch durchschaut werden kann. Mit solchen Firmen lässt sich beispielsweise auch Haftung umgehen.
 
1. Petro Poroschenko
Seit Juni 2014 ist Petro Poroschenko Präsident der Ukraine. Er trat mit dem Versprechen an, die Oligarchen zu entmachten – zu denen er selbst gehörte. Den Grundstein für sein Wirtschaftsimperium legte Poroschenko als Schokoladenfabrikant. Inzwischen gehören zu seinem Roshen-Konzern auch Medien- und Rüstungsunternehmen sowie die International Investment Bank. Im Wahlkampf hatte er angekündigt, den Konzern im Falle eines Wahlsiegs zu verkaufen. Er wolle sich allein um das Wohl des Landes kümmern, sagte er damals der „Bild“-Zeitung.
Nun sollen die sogenannten Panama Papers belegen, dass Poroschenko ausgerechnet auf dem Höhepunkt des Krieges in seinem Land – im Spätsommer 2014 – die Gründung einer Briefkastenfirma einleiten ließ. Das berichtet die „Süddeutsche Zeitung“.
Zwei Monate nach seinem Wahlsieg sei für den Präsidenten, der auch Oberbefehlshaber der ukrainischen Armee ist, die Prime Asset Partners Limited mit Sitz auf den britischen Jungferninseln gegründet worden. Am 1. September seien die Formalitäten erledigt geworden – zeitgleich mit der großen Schlacht von Ilowajsk, bei der Hunderte Ukrainer starben. Die Pressestelle des Präsidenten teilte der „SZ“ auf Anfrage mit, Prime Asset Partners Limited sei „Teil des Prozesses“, Poroschenkos Vermögen in einen Trust zu überführen.
2. Sigmundur David Gunnlaugsson
3. König Salman
4. Mahmut Ahmadinedschad, der frühere Präsident des Iran
5. Nawaz Sharif, Premierminister von Pakistan, bzw. seine Söhne und seine Tochter

6. Weitere Politiker
Außerdem sind in den Papieren Namen von diesen Politikern zu finden, wie der britische „Guardian“ berichtet:
Bidsina Iwanischwili, der frühere georgischer Ministerpräsident, war offenbar Besitzer einer Firma auf den britischen Jungferninseln
Ayad Allawi, Ex-Interimspremierminister und ehemaliger Vizepräsident im Irak, wird als Anteilseigner einer Firma und als Immobilienbesitzer aufgeführt. Der Cousin des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad kommt ebenfalls vor
Alaa Mubarak, Sohn des ehemaligen ägyptischen Präsidenten, wird als Besitzer einer Firma aufgeführt
Sechs Mitglieder des britischen House of Lords
Acht aktuelle und ehemalige Mitglieder des chinesischen Politbüros
Außerdem soll auch der neue argentinische Präsident, Mauricio Macri, als ehemaliger Direktor einer Briefkastenfirma aufgetaucht sein, wie spanischsprachige Nachrichtenseiten berichten
Der Name des russischen Präsidenten Wladimir Putin taucht nicht in den Dokumenten auf, wohl aber zahlreiche enge Putin-Vertraute. Sie leiteten den Angaben zufolge in den vergangenen Jahren unter konspirativen Umständen offenbar mehr als zwei Milliarden Dollar durch Briefkastenfirmen und schafften dabei viel Geld aus Russland heraus. Zu den Schlüsselfiguren in diesem Fall gehöre unter anderem Sergej Roldugin, ein bekannter Cellist, der als einer der engsten Freunde Putins gilt.




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  • Anno Thiele
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